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15.03.2019 UnternehmenCannes

Stimmen von der MIPIM 2019

Investoren, Assetmanager, Projektentwickler, PropTechs und Researcher ziehen Fazit. Kundenbefragung der Feldhoff & Cie. GmbH.

15.03.2019

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Investoren / Assetmanager

Professor Dr. Nico B. Rottke, Sprecher des Vorstandes, aamundo Holding AG

Die Stimmung ist nach wie vor gut, da eine echte Änderung der EZB-Zinsstrategie aufgrund der Situation in der EU nicht absehbar ist. Doch sind die Zeichen der Marktsaturierung nicht zu übersehen: Bei gleichbleibendem Preisniveau rechne ich mit einem deutlichen Abflachen des Volumens des Transaktionsmarktes v.a. bei großen Vorhaben, da sich Manager nicht in zwei Jahren dafür rechtfertigen wollen, als Letzte/r auf dem Wipfel des Zyklus zu Spitzenpreisen gekauft zu haben.

Michael Keune, Managing Director, Catella Residential Investment Management GmbH



Die verschobene Zinswende lässt alle Zweifel des 1. Quartals verstummen. Es wird weiterhin kräftig investiert. Das soll gern zunehmend nicht mehr national sondern pan-europäisch, idealerweise großvolumig erfolgen. Kleinteiliges, befristetes Wohnen, wie Studentenwohnen, Serviced-Apartments oder Senior-Living ist die gefragteste und meist beworbene Resi-Asset Klasse.

Douglas Edwards, Managing Director, Head of Group Equity Raising, CORESTATE Capital Group

Die Immobilienbranche muss sich mit Megatrends wie Digitalisierung, Globalisierung, demografischer Entwicklung oder auch Nachhaltigkeitsthemen stärker auseinandersetzen. Das erfordert nicht nur ein Umdenken und neue Strukturen, sondern vor allem auch andere Wege der Vernetzung – und zwar sowohl mit Blick auf die Kunden als auch die wichtigsten Interessensgruppen rund um die Immobilie. Nur so können wir sicherstellen, dass wir in unseren Märkten weiter erfolgreich arbeiten und sie dabei auch selbst mitgestalten können.

Gregor Volk, geschäftsführender Gesellschafter, RATISBONA Asset Management



Der Trend ist eindeutig: Kapital sucht weiterhin Immobilie. Und das wird noch eine lange Zeit so bleiben. Entsprechend war die Stimmung bei den Teilnehmern der diesjährigen MIPIM in Cannes äußerst positiv. Investitionen in der Assetklasse Retail werden von risikobewussten Investoren derzeit insgesamt genau geprüft. Großes Interesse besteht weiterhin an lebensmittelgeankerten Objekten.

Projektentwickler

Sebastian Schels, geschäftsführender Gesellschafter, RATISBONA Handelsimmobilien

Die Assetklasse Einzelhandelsimmobilien wird mittlerweile sehr differenziert betrachtet. Bei Investoren und Nutzern bleibt vor allem der Lebensmitteleinzelhandel gefragt, dessen Umsätze unbeeindruckt vom Onlinehandel seit Jahren wachsen. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit beobachten wir starke Expansionsbestrebungen. Große Bedeutung kommt dabei aktuell und perspektivisch besonders den Ballungszentren zu. Vor dem Hintergrund der Wohnungs- und Flächenknappheit gewinnt die Entwicklung nachhaltiger Mixed-Use-Immobilien und -Quartiere zunehmend an Relevanz.

Klaus Franken, CEO, Catella Project Management GmbH



MIPIM 2019 ohne Euphorie und ohne Panik, trotz Brexit-Chaos und Handelskriegen bleibt die Branche unbeeindruckt. Zu Recht, das Umfeld für Immobilieninvestments könnte speziell für Deutschland nicht besser sein. Allerdings wird genauer hingeschaut und wieder mehr auf Qualität statt auf schnelle Deals gesetzt - das ist eine gesunde Entwicklung.

Franz-Josef Lickteig, Geschäftsführer, BPD Immobilienentwicklung GmbH

Für uns ist die MIPIM im Vergleich zum Vorjahr noch mehr zur Arbeitsmesse geworden, mit mehr Teilnehmern, mehr Gesprächen und mehr konkreten Ergebnissen. Die beherrschenden Themen waren die Suche nach Investitionschancen, die Auslastung des Baugewerbes und bezahlbarer Wohnraum. Die MIPIM zeigt auch, dass das Bauen in die Höhe im Trend liegt, aber Antworten auf das Problem des bezahlbaren Wohnens bietet es nicht.

Dienstleister / Berater

Udo Stöckl, Principal und Managing Director, Avison Young – Germany GmbH

Die Immobilienbranche ist weiterhin sehr positiv gestimmt. Beflügelt wird sie durch die jüngste Entscheidung der EZB, den Leitzins vorerst unverändert bei null Prozent zu belassen. Auch der Brexit, der auf der MIPIM ein allgegenwärtiges Thema war, trübt die gute Stimmung nicht. Von internationalen Investoren fließt ungebrochen viel Kapital nach Kontinentaleuropa. Auch für deutsche Investoren bleibt der britische Markt, vor allem die A-Märkte, attraktiv. Was viele Marktteilnehmer deutlich skeptischer betrachten, ist das Thema Digitalisierung. Es gibt mittlerweile viele PropTechs am Markt, aber wenige, die zum jetzigen Zeitpunkt überzeugen und mit ihren Geschäftsmodellen wirklich Geld verdienen.

Dirk Schumacher, Country Head Germany, Reasult BV

Die Branche scheint davon auszugehen, dass es immer weiter nach oben geht. So präsentiert sie sich wenigstens hier in Cannes. Zumindest für dieses Jahr mag das noch stimmen, die EZB hat Zinserhöhungen zunächst ausgesetzt.

Digitalisierung findet in Cannes im wahrsten Sinne des Wortes im Keller statt: Die PropTechs und Digitaltreiber sind im UG untergebracht. Dass Digitalisierung trotzdem ein Thema ist, manifestiert sich in den zahlreichen VR-Brillen, mit denen alle herumrennen.

PropTechs

Michael von Roeder, CEO, Sensorberg

Der Trend der vergangenenfünf Jahre auf der MIPIM hat sich dieses Jahr weiter verstärkt. Die digitale Ausstattung von Immobilien ist zum allgegenwärtigen Thema geworden. Viele Eigentümer treibt die Frage um, wie sie ihre Bestände am effektivsten nachrüsten sollen. Der Druck ist groß, denn für die Mieter werden Themen wie der digitale Gebäudezugang oder Serviceangebote wie digital steuerbare Paketboxen zunehmend zu entscheidenden Kriterien im War for Talents.

Sascha Donner, Chief Innovation and Product Officer, EVANA

Wir haben mit mehreren etablierten Marktteilnehmern gesprochen, die sich erleichtert und hoffnungsfroh angesichts der Tatsache gezeigt haben, dass die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft nun endlich spürbar Fahrt aufnimmt. Damit haben sie den Nerv der diesjährigen MIPIM getroffen. Die Bereitschaft zum digitalen Wandel ist in der Branche deutlich angekommen. Bei tollem Wetter und guter Stimmung stand in vielen Gesprächen die technologische Zukunft der Immobilienwirtschaft und die professionelle Arbeit am Asset im Vordergrund.

Sebastian Seehusen, Director Germany, WiredScore

PropTech ist endgültig in der C-Suite angekommen. Denn Vorstände von Immobiliengesellschaften tragen die gleichen Sneaker wie PropTech-Unternehmer.

Beteiligungsgesellschaften

Alexander Ubach-Utermöhl, Managing Partner, blackprintpartners

Auf der MIPIM hat sich im Gespräch mit führenden PropTech-Experten gezeigt, dass die Bereitschaft, länderübergreifend zusammenzuarbeiten, deutlich gewachsen ist. Das ist gut und auch notwendig. Zum einen, weil die nationalen PropTech-Branchen aktuell relativ fragmentiert sind und bei etablierten Unternehmen angesichts der zahlreichen Einzellösungen noch immer Unsicherheit herrscht. Durch eine europaweit engere Zusammenarbeit der PropTechs ließen sich geografische Insellösungen vermeiden und mehr Klarheit für potenzielle Kunden schaffen. Zum anderen stärkt die Zusammenarbeit den PropTech-Standort Europa insgesamt, der dadurch im globalen Wettbewerb umso attraktiver wird.

Research

Prof. Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research Catella

Die Mipim 2019 war vordergründig genauso wie die letzten beiden Jahre: ein bisschen Brexit-Talk, ein bisschen konjunkturelle Eintrübung, ein bisschen politische Risiken in der Welt. Doch bei der tieferen Analyse lassen sich einige Dinge feststellen:

1. Das größte Risikohandeln ist aktuell bei Finanzierungsinstituten auszumachen - hier lautet das Motto: Risikovorsorge treffen und Vorsicht walten lassen– insbesondere bei Finanzierungen in Berlin.

2. „Development is King“: Entwicklungen bzw. Entwickler zeigen sehr überzeugend Projekte vor allem im Mixed-Use Segment. Hier sehe ich – endlich – den großen Schwenk und Investorenratio auf nachhaltige Stadtentwicklung. Der Pushfaktor ist mehr denn je ein verändertes Mobilitätsverhalten.

3. Hoffnungen auf Zinsveränderungen in 2019 wurden weitgehend abgeschrieben

4. Gerade Investoren außerhalb Europas sehen „Nordics“ als einen einheitlichen Wirtschaftsraum bzw. Immobilienmarkt.

5. Sehr hohe Zuwachsraten verzeichnen ehemalige Nischenimmobilien wie Data Center oder Student Housing.

Aus Perspektive eines Herstellers von Krawatten indes, war die Messe in Cannes ein offensichtliches Desaster. Wenn „keine Krawatten“ ein Zufriedenheitsindikator wären, lasst sich ableiten, dass die Immobilienwirtschaft in Cannes rundum zufrieden ist mit der aktuellen Marktsituation.

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