Grindelhof in Hamburg: ANIMA Projektentwicklung erhält Baugenehmigung für Terrassenhäuser mit 46 Wohnungen
Das Bezirksamt Eimsbüttel hat dem Hamburger Projektentwickler ANIMA die Baugenehmigung für die im Grindelhof 87 im Stadtteil Rotherbaum geplanten Mehrfamilienhäuser mit 46 Wohneinheiten erteilt. Mit der Wiedererrichtung der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Terrassenhäuser erfolgt auf dem Areal im Hinterhof Stadtreparatur. Die BAID Architektur GmbH hat dafür die städtebauliche Einbindung und architektonische Ausgestaltung erarbeitet.
„Die Planung orientiert sich an der quartiertypischen Struktur innerstädtischer Vorkriegsbebauung: einer klar gefassten Straßenfront und einer kleinteiligen, geschlossenen Hofbebauung im rückwärtigen Bereich“, erläutert Architektin Jessica Borchardt. Grundlage der Überlegungen ist der Baustufenplan Harvestehude-Rotherbaum sowie die städtebauliche Erhaltungsverordnung „Rotherbaum und Harvestehude“. Diese soll die Eigenart des Ensembles und dessen Maßstäblichkeit, Fassadengliederung und Materialität sichern.
Es entstehen neun terrassenartig gegliederte Gebäude mit drei Etagen plus Dachgeschoss. Die Größe der Eigentumswohnungen reicht von 40 bis 150 m². Die Baukörper nehmen Motive der historischen Terrassenbebauung auf: eine gleichmäßige Firstlinie, eine ruhige Fassadenordnung und eine klare Gliederung von Sockel, Mittelzone und Dachbereich. Versiegelungsarme Freiflächen, Hecken, Stauden und Bäume, Spiel- und Aufenthaltsbereiche sowie extensive Dachbegrünungen tragen dazu bei, Mikroklima und Grünanteil im dicht bebauten Innenhof zu erhalten und zu verbessern.
Die Erschließung erfolgt über eine gemeinsame Hofpassage und direkte Anschlüsse an die bestehende Tiefgarage, in der neben Stellplätzen auch Abstellräume für Fahrräder untergebracht sind. Aufzüge in den Häusern und barrierefrei gestaltete Erdgeschosszonen mit privaten Gartenflächen stellen eine zeitgemäße Erreichbarkeit und Nutzbarkeit sicher.
Bauantrag für Ersatzbau des Vorderhauses eingereicht
Parallel zu der Projektentwicklung im Hinterhof hat ANIMA einen Bauantrag für ein Ersatzgebäude des maroden straßenseitigen Vorderhauses beim Bezirksamt eingereicht.
Für den Neubau an der Straße, dessen Gestaltung als „Patrizierhaus“ mit sieben Etagen die Gründerzeitstruktur des Grindelhofs aufnehmen soll, liegt eine eigenständige Planung vor. Sie basiert auf einer Analyse der prägenden Fassadengliederung im Straßenzug – mit Sockel- und Hochparterre, mittleren Geschossen und ausgebildeter Endetage – und überträgt diese Prinzipien auf ein neues Gebäude mit differenzierter Putz- und Keramikfassade, Risalitbildung und begrünten Dachflächen. Es sollen elf Eigentumswohnungen mit Größen von 80 bis 200 m² entstehen.
„Bei den Entwürfen haben wir darauf geachtet, wesentliche Belange des Bestandsquartiers zu berücksichtigen – insbesondere hinsichtlich Maßstäblichkeit, Einfügung in das Ensemble, Begrünung und Mikroklima. In Sitzungen des Bauausschusses der Bezirksversammlung wurde das Projekt wiederholt vorgestellt und diskutiert. Im Zuge dieses Prozesses flossen zahlreiche Hinweise aus Politik, Verwaltung und Nachbarschaft in die weitere Ausarbeitung ein“, erklärt Borchardt.
„Die nun vorliegende Genehmigung für die Terrassenhäuser im Hinterhof ermöglicht einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung des Standorts Grindelhof 87, dessen Potenzial die Stadt in ihrem Wohnungsbauprogramm aufgezeigt hatte“, sagt Moritz Eversmann, geschäftsführender Gesellschafter der ANIMA Projektentwicklung. Der Baustart beider Projekte soll nach Erteilung der Baugenehmigung für das Vorderhaus und dessen Abbruch erfolgen – voraussichtlich 2028.
