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Verbessertes Materialrecycling senkt CO₂-Fußabdruck bei Abriss und anschließendem Neubau von Bürogebäuden – London, Amsterdam und Paris führend

Berlin, 11.06.2026
Savills Material Reuse Maturity Index

Der Abriss und Neubau von Bürogebäuden verursachen erhebliche graue Emissionen. Eine Möglichkeit, diese zu reduzieren, bietet die kreislauforientierte Wiederverwendung von Materialien. Die Rahmenbedingungen hierfür entwickeln sich in einigen europäischen Metropolen zunehmend weiter. Laut einer Untersuchung von Savills sind London, Amsterdam und Paris dabei führend in der Entwicklung – und auch eine deutsche Stadt befindet sich in den Top-5.

Im Rahmen seiner „Impacts”-Serie hat Savills den „Material Reuse Maturity Index” entwickelt, der aufzeigt, welche großen Büromärkte die fortschrittlichsten Rahmenbedingungen für Materialkreisläufe bieten. Bewertet werden Rückgewinnungs- und Wiederverwendungsquoten, die Präsenz spezialisierter Unternehmen und Dienstleister sowie unterstützende lokale Vorschriften. Das Ergebnis: Reifere Netzwerke für Rückgewinnung und Handel mit wiederverwendeten Materialien verbessern die CO₂-Bilanz von Abriss und Neubau in diesen Städten deutlich. Hinter London, Amsterdam, Paris und Stockholm belegt Berlin dabei den fünften Rang im Index.

Savills betont: In den meisten Fällen bleibt die Sanierung die effektivste Maßnahme zur Reduzierung grauer Emissionen bei Bürogebäuden. Sowohl umfangreiche Sanierungen als auch Abriss mit anschließendem Neubau sind allerdings kostenintensiv – auch wenn Neubauten langfristige Mietsteigerungen ermöglichen können. Laut Savills führt der Mangel an hochwertigen Büroflächen in einigen Märkten dazu, dass qualitativ hochwertig sowie umfangreich sanierte Objekte ebenfalls deutliche Mietsteigerungen erzielen können. Erfolgreiche Projekte übertrafen beispielsweise das durchschnittliche Mietwachstum innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren um 57 % in Madrid und um 67 % in New York.

Sarah Brooks, Associate Director bei Savills World Research, kommentiert: „Bei der Abwägung zwischen einer Sanierung und Abriss mit anschließendem Neubau berücksichtigen Gebäudeeigentümer zahlreiche Faktoren, darunter Investitionskosten, Dauer möglicher Leerstände, Planungsrisiken, Exit-Renditen und potenzielle Mietsteigerungen. Während ein Programm zur Gebäudeoptimierung weniger als 2 % und eine leichte Sanierung 3-6 % des Gebäudewerts kosten kann, sind die Kosten und Risiken anderer Maßnahmen – wie einer tiefgreifenden Sanierung oder eines vollständigen Abrisses mit anschließendem Neubau – deutlich höher. Allerdings können auch die potenziellen Erträge entsprechend größer ausfallen.“

Joanna Conceicao, Director bei Savills Earth, fügt hinzu: „Eigentümer von Bürogebäuden stehen vor einer enormen Modernisierungsaufgabe, um ihre Bestände an regulatorische Anforderungen und Markterwartungen anzupassen. In vielen Märkten ist der Großteil der Büroflächen von einer möglichen Nichterfüllung kommender oder geplanter Mindeststandards für die Energieeffizienz bedroht. Westeuropäische Märkte stehen aufgrund ihres vergleichsweise älteren Gebäudebestands und strengerer zukünftiger Gesetzgebung vor besonders unmittelbaren Herausforderungen. In anderen Regionen werden diese Themen mit zunehmendem Alter der Gebäude und der Weiterentwicklung politischer Vorgaben ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Auch wenn Sanierungen aus Sicht der Lebenszyklus-Emissionen weiterhin meist die richtige Lösung für Bestandsgebäude darstellen, ist es positiv zu bewerten, dass mehrere große Städte Fortschritte beim Aufbau kreislauforientierter Materialwirtschaften machen. Das wird dazu beitragen, die Emissionslücke bei Projekten zu verringern, bei denen Abriss und Neubau die anpassungsfähigste und langfristig resilienteste Lösung darstellen.“

Daniel Gerdelmann, Managing Director Facility Management / Building & Project Consultancy bei Savills, ergänzt: „Die Wiederverwendung von Materialien eröffnet Eigentümern eine zusätzliche Möglichkeit, Nachhaltigkeitsziele im Bestand strategisch zu adressieren. ESG wird im Bürosegment längst nicht mehr nur über Energieverbrauch und Betriebskosten definiert, sondern zunehmend auch über graue Emissionen, Ressourcenschonung und die Frage, wie zukunftsfähig ein Gebäude über seinen gesamten Lebenszyklus ist. Gerade bei der Entscheidung zwischen Sanierung und Abriss mit anschließendem Neubau kann eine funktionierende Kreislaufwirtschaft deshalb zu einem wichtigen Baustein werden, um regulatorische Anforderungen, Marktansprüche und ESG-Kriterien besser miteinander in Einklang zu bringen. Entscheidend bleibt jedoch, jedes Objekt individuell zu bewerten – technisch, wirtschaftlich und mit Blick auf seine langfristige Nutzbarkeit.“

 

Weitere Daten und Fakten in unserer Impacts-Publikation: Making offices fit for the future: retrofit or redevelopment?