Bürovermietungsmarkt Hamburg Q2-2026: Unsicherheiten bremsen Umzugsentscheidungen
- Flächenumsatz von 174.400 m² (- 16 % ggü. Vorjahr)
- Spitzenmiete bei 37,00 EUR/m² (+ 1,4 % ggü. Vorquartal)
- Ausblick: Flächenumsatz über Vorjahresniveau erwartet
Im 1. Halbjahr 2026 betrug der Flächenumsatz am Hamburger Bürovermietungsmarkt 174.400 m². Dies entspricht einem Rückgang von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnitt lag der Umsatz 27 % darunter.
Die Leerstandsquote stieg gegenüber dem Vorquartal um 20 Basispunkte auf 5,9 %. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Quote um 110 Basispunkte. Die Spitzenmiete belief sich auf 37,00 EUR/m². Gegenüber dem Vorquartal stieg sie um 1,4 %, im Vergleich zum Vorjahresquartal lag der Zuwachs bei 5,7 %. Die Medianmiete erreichte 20,90 EUR/m² und lag damit sowohl 2,0 % über dem Niveau des Vorquartals als auch des Vorjahresquartals.
Hendrik Faden, Associate Director und Teamleader Office Agency bei Savills in Hamburg, kommentiert: „Der Hamburger Bürovermietungsmarkt wird derzeit von einem Widerspruch geprägt. Viele Unternehmen möchten ihre Flächen anpassen, wollen sich aber finanziell und organisatorisch nicht festlegen. Hybride Arbeitsmodelle und der Wunsch nach höherer Qualität lösen Suchprozesse aus. Gleichzeitig führen wirtschaftliche Unsicherheit und Kostendruck dazu, dass Entscheidungen vertagt und Risiken vermieden werden. Dadurch entsteht keine breite Dynamik bei Neuanmietungen, sondern ein selektiver Markt mit zwei Schwerpunkten: Wer sparen muss, sucht konsequent günstige und funktionale Lösungen; wer höhere Mieten akzeptiert, erwartet zentrale Lage, gute Anbindung und hohe Qualität. Da viele Eigentümer bei Preisen und Vertragsbedingungen im mittleren Segment bislang nur begrenzt nachgeben, verstärkt sich diese Sortierung. Backoffice-Standorte wie die City Nord geraten weiter unter Druck, während hochwertige Neubauflächen in zentralen Lagen gefragt bleiben und die Spitzenmieten stützen.“
Savills erwartet für 2026 einen Flächenumsatz über Vorjahresniveau. Gleichzeitig dürfte der anhaltende Fokus auf hochwertige Büroflächen bei begrenztem Angebot bis zum Jahresende 2026 zu steigenden Spitzenmieten führen.
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