Düsseldorfs Büromarkt hat Klasse, aber es fehlt die Masse
Große Anmietungen wie durch KPMG sind aktuell nur Einzelfälle
Ein Großabschluss hat den Düsseldorfer Bürovermietungsmarkt im zweiten Quartal 2026 an sein Potenzial erinnert: KPMG hat im One Plaza am Karl-Arnold-Platz 1a deutlich mehr als 10.000 m² angemietet und damit den größten Einzelabschluss seit 2023 abgeliefert. Dadurch steht das zweite Quartal mit insgesamt 60.300 m² zumindest statistisch besser da als das Vorquartal. Insgesamt kommt der Düsseldorfer Markt zum Halbjahr auf 112.200 m², was acht Prozent unter dem Vorjahr liegt. Auf das Düsseldorfer Stadtgebiet entfielen im selben Zeitraum 103.100 m².
„Der Düsseldorfer Büromarkt sorgt immer wieder über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen – sei es durch außergewöhnliche Projekte wie den KöTower und die Anmietung von 4.500 m² durch RKW Architekten im ersten Quartal oder den Großabschluss im zweiten durch die weltweit renommierte Marke KPMG“, sagt Marcel Abel, Geschäftsführender Direktor und Niederlassungsleiter JLL Düsseldorf. „Doch diese Anmietungen sind derzeit leider Einzelfälle und es gibt wenig in vergleichbarer Dimension, was dazu führt, dass zwar die Spitzenmiete weiterhin Wachstumspotenzial hat, der Flächenumsatz aber verhalten ist, weil es kaum Großanmietungen gibt.“
Diese Fokussierung auf Einzelfälle zeigt sich auch beim Blick auf die acht größten Abschlüsse im bisherigen Jahresverlauf, die alle auf die Teilmärkte Kennedydamm (28.400 m²), City (19.800 m²) und Nord (8.900 m²) entfielen. „Zugleich haben sich viele Unternehmen für eine Vertragsverlängerung am bisherigen Standort anstelle einer Neuanmietung entschieden – allerdings zu kürzeren Laufzeiten, um flexibel zu bleiben“, sagt Abel.
Ein deutliches Plus verzeichnete der Markt hingegen bei den Neubauten. Insgesamt 70.200 m² Bürofläche wurden im ersten Halbjahr fertiggestellt – und damit 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon kamen rund 46 Prozent auf den freien Markt. „Angesichts einer Leerstandsquote von 11,8 Prozent mag dies seltsam anmuten, doch genau diese modernen Flächen in guter Lage sind gefragt, während der Sockel des Leerstands meist auf veralteten Flächen in Randlagen fußt“, erklärt Marcel Abel. Die Spitzenmiete verharrte derweil bei 46 Euro.

