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Einzelhandelsimmobilieninvestmentmarkt mit verhaltenem erstem Halbjahr – aber Marktangebot wächst deutlich 

Investmentvolumen erreicht im ersten Halbjahr 1,9 Milliarden Euro / Hochwertige Produkte und Portfolios kehren an den Markt zurück / Spitzenrenditen überwiegend stabil

Frankfurt am Main, 07.07.2026

Einzelhandelsimmobilieninvestmentmarkt erreichte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 1,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang um 35 Prozent. Insbesondere die geopolitischen Unsicherheiten und deren Auswirkungen sowohl auf die Konsumstimmung als auch Investitionsbereitschaft haben zuletzt einen deutlichen Einfluss gehabt und zu intensiveren Prüfungsprozessen und längeren Investitionsentscheidungen geführt. Den größten Anteil am Transaktionsvolumen hatten Fach- und Lebensmittelmärkte und Fachmarktzentren mit 44 Prozent. Es folgten 1A-Einzelhandelsimmobilien mit 26 Prozent sowie Shopping-Center mit 16 Prozent. Sonstige Einzelhandelsimmobilien kamen auf einen Anteil von 14 Prozent. In den ersten sechs Monaten gab es kaum Großtransaktionen – eine Ausnahme war unter anderem der Kauf des Hamburger Alsterhauses durch das Family-Office der Schoeller Group und eine deutsche Pensionskasse – eine Transaktion bei der CBRE beratend tätig war. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

„Der Markt hat sich zuletzt spürbar verändert. Erstmals seit längerer Zeit befinden sich wieder hochwertige Einzelobjekte und diverse Portfolios im Verkauf, die in den vergangenen Jahren nicht in dem Umfang verfügbar waren“, sagt Jan Schönherr, Head of Retail Investment bei CBRE. Das Angebot sowohl bei Einzelobjekten als auch bei Portfolios ist deutlich gestiegen, insbesondere im Core-plus-Segment. Gleichzeitig hat auch die Zahl der Verkaufsprozesse zugenommen – unter anderem aufgrund anstehender Refinanzierungen, Kapitalabflüssen bei verschiedenen Fonds sowie eines steigenden Verkaufsdrucks auf Eigentümerseite.

Trotz des größeren Angebots verlaufen viele Transaktionen weiterhin zögerlich. „Insbesondere internationale Investoren verfügen grundsätzlich über eine ausreichende Kapitalausstattung, allerdings verhindern teilweise noch unterschiedliche Renditevorstellungen einen erfolgreichen Abschluss“, erklärt Schönherr. Positiv ist hervorzuheben, dass sich die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern zunehmend aber annähern.

„Der Lebensmitteleinzelhandel bleibt unverändert das stabilste und nachgefragteste Segment des Marktes“, sagt Schönherr. Fach- und Lebensmittelmärkte sowie Fachmarktzentren behaupten entsprechend ihre Position als größte Investmentkategorie. Gleichzeitig stehen einzelne Einzelhandelskonzepte weiterhin beziehungsweise erneut unter Druck. Dadurch können Immobilien, die bislang eher dem Core-plus-Segment zugeordnet wurden, inzwischen teilweise als Value-add- oder gar opportunistische Investments erworben werden.

„Die Spitzenrenditen haben sich im zweiten Quartal weitgehend stabil entwickelt“, sagt Anne Gimpel, Team Leader Valuation Advisory Services bei CBRE. Die Spitzenrendite für 1A-Handelsimmobilien in den Top-7-Städten lag wie im Vorquartal unverändert bei 4,44 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steht hier ein Minus von 0,2 Prozentpunkte. Stabil blieben die Spitzenrenditen für Shopping-Center an A-Standorten (5,9 Prozent), Lebensmittelmärkte (4,6 Prozent) sowie Fachmarktzentren (4,9 Prozent). Shopping-Center an B-Standorten verzeichneten gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg um 0,25 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent. Insgesamt bewegen sich die Renditen derzeit auf einem weitgehend stabilen Niveau. Mit zunehmendem Verkaufsdruck könnten sich jedoch perspektivisch steigende Renditen in einzelnen Marktsegmenten abzeichnen.

Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf

„Trotz des verhaltenen ersten Halbjahres erscheint für das Gesamtjahr ein Transaktionsvolumen von etwa fünf bis sechs Milliarden Euro als realistisch erzielbar“, prognostiziert Schönherr. „Die Pipeline für das zweite Halbjahr ist gut gefüllt und umfasst zahlreiche – auch großvolumige – Einzelobjekte sowie Portfolios.“