Industrie- und Logistikimmobilien starten konstant ins Investmentjahr
Der deutsche Investmentmarkt für Industrie- und Logistikimmobilien ist stabil ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal erreichte das Transaktionsvolumen 1,09 Milliarden Euro und liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahresquartals (Q1 2025: 1,08 Milliarden Euro). Allerdings rangiert das Ergebnis weiterhin deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt: Im Vergleich zum Zehnjahresdurchschnitt für erste Quartale (1,77 Milliarden Euro) bedeutet dies ein Minus von 39 Prozent. Die Anzahl der Transaktionen blieb mit 61 konstant, nachdem es im Vorquartal 60 sowie im Vorjahresquartal 67 waren.
„Der Markt zeigt sich zu Jahresbeginn solide, allerdings ist das niedrige Ausgangsniveau zu berücksichtigen. Positiv ist jedoch, dass wir direkt zum Jahresauftakt eine Großtransaktion mit mehr als 200 Millionen Euro Transaktionsvolumen verzeichnen konnten”, sagt Diana Schumann, Head of Industrial & Logistics Investment JLL Germany. Mit 460 Millionen Euro entfielen 43 Prozent des Gesamtvolumens auf die fünf größten Deals. Das ist ein deutlich höherer Anteil als im Vorjahresquartal mit 35 Prozent. „Das ist ein guter Indikator dafür, dass größere Transaktionen wieder an Bedeutung gewinnen, sofern eine gute Qualität der Lage und des Mieters gegeben ist“, sagt Schumann. „Wenn das Gesamtpaket stimmt, finden auch großvolumige Opportunitäten ihre Käufer.“

Die fünf größten Transaktionen des ersten Quartals entfallen alle auf Distributionsimmobilien, darunter das von Kajima veräußerte Mercedes-Benz-Logistikcenter in Bischweier sowie eine Immobilie in Leipzig-Schkeuditz, die die belgische Weerts Group an LCN Capital verkaufte.
Internationale Investoren bauen Bestand konsequent aus
Das anhaltend starke Interesse internationaler Investoren an deutschen Industrie- und Logistikimmobilien zeigt sich auch im ersten Quartal 2026 deutlich. Ausländische Akteure waren für 71 Prozent des Transaktionsvolumens auf Käuferseite verantwortlich (770 Millionen Euro), während sie auf Verkäuferseite 58 Prozent (630 Millionen Euro) stellten. Per Saldo bauten sie ihre Bestände so um 140 Millionen Euro aus. Es ist bereits das zehnte Jahr infolge, in dem ausländische Akteure ihre Bestände in Deutschland aufstocken.
Core-plus-Objekte bleiben bevorzugt – mangels Value-Add-Alternativen
Bei den Risikoklassen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine Verschiebung von Core-plus zu Core. Zwar haben Core-plus-Objekte mit 38 Prozent immer noch den größten Marktanteil, doch folgen Core-Objekte bereits mit 34 Prozent. 2025 hatte das Verhältnis noch 52 Prozent zu 19 Prozent betragen. „Diese Verschiebung hat vor allem mit der Angebotsseite zu tun und zeigt, dass sich das Pricing bei Top-Produkten zunehmend wieder eingependelt hat“, analysiert Schumann. „Es gibt derzeit zahlreiche Neubauprodukte von überzeugender Qualität am Markt – allerdings nicht zwingend auch in Toplage.“ Value-Add-Investments mit 19 Prozent und opportunistische Objekte mit neun Prozent blieben derweil nahezu konstant. „Die Nachfrage auf der Käuferseite nach diesen Produkten bleibt allerdings deutlich höher als das Angebot.“
Auf Käuferseite dominierten Asset- und Fondsmanager mit 41 Prozent Marktanteil das Geschehen. Bemerkenswert ist die Rückkehr der REITs als wichtige Investorengruppe: Mit einem Marktanteil von 19 Prozent spielten sie im ersten Quartal 2026 wieder eine bedeutende Rolle.
Spitzenrenditen verharren
Bei den Spitzenrenditen gab es im Vergleich zum Vorquartal eine Seitwärtsbewegung: Berlin, Düsseldorf, Köln und Stuttgart verharren bei 4,6 Prozent, während Frankfurt, Hamburg und München unverändert bei 4,5 Prozent liegen. „Wie sich die derzeitigen geopolitischen Spannungen und Auswirkungen auf die Zinslandschaft kurzfristig und mittelfristig auf Kaufpreise von Logistikimmobilien auswirken könnten, bleibt in den nächsten Wochen genau zu beobachten. Zwar ist die Logistikbranche anfällig für Unsicherheiten, die sich auf Lieferketten auswirken könnten, jedoch stützt eine durch eben diesen Umstand verstärkte Nachfrage nach Flächen auf dem Vermietungsmarkt wiederum das Vertrauen in den Logistikmarkt“, fasst Schumann zusammen.
