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Kräftiger Anstieg im zweiten Quartal bei Investments in Wohnimmobilien

Wohnimmobilien-Transaktionsvolumen im 2. Quartal 2026 bei 2,22 Mrd. Euro - in Q2 2025 noch bei 1,71 Mrd. Euro / 3,80 Prozent Spitzenrendite – weiterhin Stabilität mit Tendenz von fallenden Spitzenrenditen

Frankfurt am Main, 06.07.2026

Cushman & Wakefield verzeichnete am deutschen Wohnimmobilienmarkt im zweiten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 2,22 Mrd. Euro, gleichbedeutend einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (1,71 Mrd. Euro). Auch im Halbjahresvergleich schlägt, wenn auch deutlich moderater, ein Plus zu Buche: so stieg das Transaktionsvolumen in H1 2026 (4,10 Mrd. Euro) um 6,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 (3,86 Mrd. Euro) an.
 
Jan-Bastian Knod, Head of Residential Investment Germany bei Cushman & Wakefield, kommentiert: „Die steigende Marktaktivität zeigt sich vor allem in einer wachsenden Zahl an Portfoliodeals – sowohl regional als auch überregional – wobei internationale Investoren sich verstärkt auf großvolumige Transaktionen konzentrieren, um ihren Markteintritt in Deutschland zu realisieren.“

Zunehmende Marktaktivität auf dem Wohninvestmentmarkt: mehr internationales Kapital, höheres Portfoliotransaktionsvolumen

Hatten im ersten Quartal 2026 noch Einzeltransaktionen das Geschehen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt dominiert, stieg das Portfolio-Transaktionsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal (450 Mio. Euro) um knapp 130 Prozent auf 1,03 Mrd. Euro.
 
Dabei ist zu erkennen, dass sich nationales Kapital im Wesentlichen auf Einzeltransaktionen oder auf rein lokale Portfolios fokussiert.
 
Beispielsweise konnte Next Generation Invest ein Wohnprojektportfolio von Delom in Frankfurt erwerben. Die sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 290 Wohneinheiten werden zwischen 2027 und 2029 fertiggestellt – bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von geschätzt rund 120 Mio. Euro. Dies bestätigt ebenfalls den Trend, dass Projektentwicklungen und somit Forward Deals wieder attraktiver für institutionelle Investoren werden, um so frühzeitig Zugang zu qualitativ hochwertigem Neubauprodukt zu erhalten.
 
Internationales Kapital investiert stärker in überregionale Portfolios, mit dem Ziel, großvolumige Investitionen zu tätigen. Net Zero Properties hat von Ares und Forte ein Portfolio mit Immobilien in Norddeutschland erworben. Dabei handelt es sich um gut 1.000 Wohneinheiten mit rund 57.800 m² vermietbare Fläche. Forte war auch bei einem weiteren Deal auf Käuferseite beteiligt: gemeinsam mit Tikehau wurde ein fünf Immobilien und etwa 300 Wohnungen umfassendes Portfolio mit Objekten unter anderem in Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Bonn von der MEAG erworben.
 
Der Anstieg des Transaktionsvolumens im Vergleich zum ersten Quartal 2026 ist vor allem im Anstieg des absoluten Volumens des aus internationalen Quellen stammenden Kapitals begründet: bei dieser Betrachtung schlug ein Plus von 428 Mio. Euro gegenüber dem Vorquartal zu Buche.
 
Insgesamt wurde damit allein im zweiten Quartal 2026 internationales Kapital in Höhe von 893 Mio. Euro (40 Prozent des Gesamtvolumens) in deutsche Wohninvestments investiert. Investments mit nationalen Kapitalquellen summierten sich auf 1,33 Mrd. Euro und kamen damit auf einen Anteil von 60 Prozent.

Student- und Micro-Living: Internationale Investoren nehmen zunehmend Projektentwicklungen und Plattformen ins Visier – Höhere Aktivität wird im zweiten Halbjahr zu höheren Investmentvolumina führen

Internationales Kapital zielt immer stärker auf den Bereich Student- und Micro-Living. Jan-Bastian Knod: „Neue Investmentvehikel mit zum Teil neuen Strategien sondieren den deutschen Markt und fokussieren sich dabei im Wesentlichen auf die Top-7 und auf größere Hochschulstandorte.“
Im ersten Halbjahr 2026 summierte sich das Transaktionsvolumen bei Student- und Micro-Living allerdings lediglich auf 71 Mio. Euro. So hat beispielsweise Home & Co ein Projekt für studentisches Wohnen mit rund 300 Apartments in Berlin-Spandau erworben. Dabei handelt es sich um eine Projektentwicklung von Felix Dierken Beteiligung und Bungs Patzschke Projektentwicklungs GmbH, die den Bau bereits gestartet haben. Die Fertigstellung ist bereits für das erste Quartal 2027 geplant.
 
Knod weiter: „Für das zweite Halbjahr wird auf genannter Basis ein höheres Transaktionsvolumen erwartet. Vor dem Hintergrund der geringen Produktverfügbarkeit finden Investoren zunehmend neue Strategien und kreative Lösungen. Vor allem der frühe Einstieg in qualitativ hochwertige und zentral gelegene Projektentwicklungen scheint wieder ein probates Mittel zu sein und könnte den Markt zunehmend dynamisieren.“
 
Nach wie vor steht die IC Campus Plattform zum Verkauf. Die OpCo/PropCo – Transaktion (operative Gesellschaft sowie Immobiliengesellschaft mit physischen Vermögenswerten wie Gebäuden und Grundstücken) ist aufgrund der Größe für internationale Investoren besonders spannend, um so den Markteintritt in Deutschland zu ermöglichen.
 
Jan-Bastian Knod kommentiert abschließend: „Der Markt nimmt sukzessive immer mehr Fahrt auf. Dies schlägt sich mittlerweile auch wieder konkret in mehr Abschlüssen nieder. Dabei zeigt sich, dass neben den ebenfalls zunehmend aktiveren nationalen Kapitalquellen auch internationale Akteure immer mehr an deutschen Investmentprodukten im Residentialbereich in Deutschland interessiert sind und den Markteintritt schaffen. Insbesondere großvolumige Portfolien und Student- und Micro-Living-Projekte sowie Plattformdeals stehen dabei im Fokus.“
 
Aufgrund dessen geht Cushman & Wakefield von einem dynamischen zweiten Halbjahr aus. Transaktionen solcher Art werden den Markt prägen. Die Phase der Preisstabilisierung sei nach Einschätzung von Jan-Bastian Knod klar abgeschlossen.