Büro | Märkte

Sattes Umsatzplus am Berliner Büromarkt im ersten Halbjahr

Weiterhin hohe Nachfrage nach Topflächen

Berlin, 07.07.2026

Nach einem guten Jahresbeginn konnte der Berliner Bürovermietungsmarkt im zweiten Quartal nochmals deutlich zulegen. Von April bis Juni wurden 238.000 m² umgesetzt und damit so viel wie im gesamten ersten Halbjahr 2025. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2025 ergibt sich ein Plus von 77 Prozent. Der zehnjährige Mittelwert wurde um gut die Hälfte übertroffen. Für das erste Halbjahr 2026 beträgt das Vermietungsergebnis 386.100 m² – fast zwei Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. 

Getragen wurde die positive Entwicklung von einer deutlichen Zunahme von mittelgroßen und großvolumigen Abschlüssen. So gab es in der Größenordnung von 5.000 m² bis 10.000 m² zwölf Abschlüsse, im Vorjahr standen hier lediglich drei in der Statistik. Unter den vier Deals größer 10.000 m² waren mit dem Bundesumweltministerium und den Berliner Stadtreinigungsbetrieben zwei Eigennutzer. Für die größte Fremdvermietung sorgte das IT-Unternehmen Jetbrains, das sich 19.400 m² im „Hainwerk“ in der Revaler Straße 2, Ecke Warschauer Straße sicherte. Insgesamt wurden 401 Mietverträgen abgeschlossen – der höchste Wert in einem ersten Halbjahr seit 2022. 

„Die Nachfrage hat sich nicht nur im großvolumigen Segment belebt, sondern auch im kleinteiligen Bereich. Das spricht für eine breite Marktaktivität und eine positive Entwicklung“, kommentiert Anja Schuhmann, Niederlassungsleiterin JLL Berlin und Leipzig. Gefragt seien weiterhin vor allem hochwertige Flächen in sehr guten Lagen. Bei weniger guten Objekten in dezentraleren Lagen sei die Nachfrage geringer und die Eigentümer zu deutlich höheren Konzessionen bereit, um ihre Flächen zu vermieten. „Um Leerstand zu vermeiden, werden auch Mietpreissenkungen in Kauf genommen und kürzere Laufzeiten akzeptiert“, weiß Schuhmann.

„Die Nachfrage nach Topflächen ist ungebrochen, es fehlt allerdings an Nachschub. Die Baupipeline ist in diesem Segment ausgedünnt und spekulativ wird aktuell nahezu nichts mehr begonnen“, erläutert Schuhmann.  Folglich ist die Spitzenmiete weiter gestiegen und liegt mit 48 Euro/m² um zwei Euro höher als vor einem Jahr.

Im ersten Halbjahr entfielen die meisten Anmietungen auf Berlin-Mitte. Mit in Summe 85.700 m² wurde mehr als jeder fünfte Quadratmeter Bürofläche dort angemietet. Dahinter folgen die Teilmärkte Friedrichshain und Schöneberg mit Marktanteilen von elf Prozent und 8,4 Prozent. Bei den umsatzstärksten Branchen liegen unternehmensbezogene Dienstleistungen (18 Prozent), öffentliche Verwaltung (15 Prozent) und EDV (14 Prozent) dicht beieinander an der Spitze.

Für das Gesamtjahr kalkuliert Schuhmann mit einem Flächenumsatz in Höhe von 600.000 m².

Quelle: JLL